Recklinghäuser Zeitung vom 17.2.2010:

Poesie hübscht die Krim auf

Interessen-Standortgemeinschaft hat Janssen-Platz als größtes Manko ausgemacht.

Buchstäblich auf Schritt und Tritt wird man künftig in der Krim auf Poesie treffen. Sobald das Wetter offen ist, wird die Interessen-Standortgemeinschaft Krim (ISG) 13 Messing-Tafeln mit Worten großer Dichter und Denker ins Pflaster des Viertels einlassen.

Die Poesie-Pflastersteine gehören zur Verschönerungs-Offensive der Krim. Das ohnehin beschauliche, aber von großen Einkäufer-Strömen links liegen gelassene Quartier in der Altstadt soll noch schöner werden.

Dazu hatte die Krim bekanntlich in einem Modell-Projekt eine Interessen-Standortgemeinschaft gegründet. Anders als bei einer Werbegemeinschaft sind hierPoesie-Pflasterstein nicht nur die Gewerbetreibenden, sondern auch die Immobilienbesitzer zahlende Mitglieder.

 

Für das zweijährige Modellprojekt stand der ISG ein Etat von gut 100.000 € zur Verfügung. 60 % davon trägt das Land, 10 % übernimmt die Stadt und fast 40.000 € brachten die bislang 19 Mitglieder als Einlagen auf. Im ersten Jahr ließ die ISG von einer Agentur eine Stärken- und Schwächen-Analyse des Viertels erstellen, aus der sich dann ein Maßnahmen-Katalog herauskristallisiert hat. Zu diesen Maßnahmen gehören diverse Aktionen, um das Quartier "aufzuhübschen". So ist ein neues Beleuchtungskonzept in Planung, im Mai sollen 30 Blumenkübel angeschafft werden, ein gemeinsames Logo und Werbemaßnahmen gehören ebenfalls zum Maßnahmenkatalog.

Der entscheidende Punkt und das größte Manko für das Einkaufsviertel ist aber die Eingangssituation. "Der Johannes-Janssen-Platz müsste dringend gestaltet werden. Dieser merkwürdige Parkplatz ist ja auch für St. Peter und das Ikonenmuseum ein denkbar schlechtes Entree. Die Stadt sieht das auch so. Aber derzeit ist halt kein Geld da", meint die ISG-Sprecherin Ulrike Musial. "Auch der Zugang vom Altmarkt durch die Unterführung am New Yorker ist sehr hässlich. Da könnte man mit Farbe und Licht schon viel verändern.

Wichtigstes Anliegen der ISG ist aber der Johannes-Janssen-Platz. "Wir werden damit auch in Zukunft bei der Stadt vorstellig", so Ulrike Musial. Im Juli läuft das Modellprojekt aus, dann will die ISG den Schritt von der freiwilligen in die gesetzliche Gemeinschaft schaffen. Seit kurzem sieht das NRW-Gesetz die Einrichtung von "Interessen-Standortgemeinschaften" vor. Haltern hat sich schon entschieden, diesen Weg zu gehen. Die Stadt Recklinghausen allerdings hat sich noch nicht positioniert. "Solange das nicht klar ist, können sich auch unsere Mitglieder noch nicht entscheiden, weil sie nicht abschätzen können, welche Belastungen auf sie zukämen", sagt Ulrike Musial.

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